Zahl der GKV-Rezepte noch immer unter Vor-Corona-Niveau

Nachdem die GKV-Arzneimittelausgaben im vergangenen Juli nur minimal gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres angestiegen waren, lag das Plus im August bei 9,3 Prozent. Über die gesamten ersten acht Monate 2022 liegt der Anstieg bei 6 Prozent. Die Zahl der eingelösten Rezepte befindet sich allerdings noch immer unter dem Niveau vor der Corona-Pandemie.

Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Arzneimittel (ohne Impfstoffe) haben sich im August 2022 um 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erhöht. Das macht absolut 3,95 Milliarden Euro. Dies geht aus den aktuellen Frühinformationen des Deutschen Apothekerverbands (DAV) hervor. Die hochgerechneten Daten umfassen die effektiven GKV-Zahlungen an die Apotheken – also inklusive Mehrwertsteuer, aber nach Abzug der Abschläge der Hersteller und Apotheken sowie der Patientenzuzahlungen. Einsparungen durch Rabattverträge sind nicht berücksichtigt. Diese beliefen sich im ersten Halbjahr 2022 nach vorläufigen Zahlen aus dem Bundesgesundheitsministerium bereits auf 2,6 Milliarden Euro – das sind 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im Juli 2022 – der einen Arbeitstag mehr hatte als der Juli 2021 – lag das Ausgabenplus noch bei lediglich 0,7 Prozent. Für den Gesamtzeitraum Januar bis August 2022 ergibt sich nunmehr ein Wachstum der GKV-Arzneimittelausgaben von 6,0 Prozent – auf insgesamt 31,14 Milliarden Euro. 

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Rezeptzahl steigt langsam an

Die Zahl der Rezepte stieg im August 2022 um 5,2 Prozent gegenüber dem August des Vorjahres – über die gesamten ersten acht Monate liegt dieses Plus bei 3,9 Prozent. Die für das Apothekenhonorar bedeutsame Rezeptzahl befindet sich allerdings nach wie vor unterhalb des Niveaus in 2019 – also vor Beginn der Corona-Pandemie. 2019 lag die Zahl der GKV-Rezepte von Januar bis August bei 307 Millionen, 2020 waren es dann 269 Millionen und 2021 sogar nur 286 Millionen. In diesem Jahr waren es nun 300 Millionen GKV-Rezepte in den ersten acht Monaten.

Starke prozentuale Anstiege gibt es auch weiterhin bei den Impfstoffausgaben – wobei diese im August mit 8,5 Prozent wieder im einstelligen Bereich lagen. Im Juli lag das Wachstum noch bei 19,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Über die ersten acht Monate hinweg ergibt sich sogar ein durchschnittlicher Zuwachs von 26,2 Prozent – auf nunmehr 1,23 Milliarden Euro. Dieser sei auf deutlich gestiegene Gürtelrose-Impfungen im 1. Halbjahr des Jahres zurückzuführen, so der DAV.

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