Server überlastet, Apotheken im Ausnahmezustand

Fehlermeldungen und gesperrte Accounts: In Sachen digitales Impfzertifikat läuft es heute Morgen in vielen Apotheken noch nicht rund. Wie DAZ.online erfuhr, können viele derzeit nicht auf den Server zugreifen. Die ABDA bittet derweil, von Anrufen bei der Hotline abzusehen – man werde „zeitnah detailliert“ informieren, ist auf mein-apothekenportal.de zu lesen.

Das Ausstellen der digitalen Impfzertifikate startete heute in vielen Apotheken holprig. Wie mehrere Kolleginnen und Kollegen berichten, ist es ihnen derzeit nicht möglich, Impfnachweise zu digitalisieren. Offenbar ist der Server überlastet. Zudem wurden einige Accounts gesperrt, weil angeblich mehrfach das Passwort falsch eingegeben wurde. Den Mitarbeitenden in den betroffenen Betrieben bleibt nichts anderes übrig, als die Kunden unverrichteter Dinge wieder wegzuschicken – und das sind wohl nicht wenige, wie DAZ.online erfuhr. Genauso gibt es aber auch Apotheker:innen, die berichten, bei ihnen laufe der Start „einwandfrei“.

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Wer sich hilfesuchend an die ABDA wendet, muss Geduld mitbringen: Auf der Startseite des Apothekenportals (mein-apothekenportal.de) ist zu lesen: „Unsere Hotline ist überlastet, bitte sehen Sie von Anrufen bzgl. des digitalen Impfzertifikats ab, Sie werden zeitnah detailliert von uns informiert.“ Gleichzeitig ist auch die Kunden-Website mein-apothekenmanager.de nicht erreichbar. Dort können Interessierte sich erkundigen, welche Apotheken diesen Service anbieten.

Erst heute Morgen hatte DAV-Chef Thomas Dittrich im ZDF-„Morgenmagazin“ für den digitalen Impfnachweis aus der Apotheke geworben. „Wir sind vorbereitet“, sagte er im Fernsehinterview. „Wir haben gestern die letzten Tests gemacht, und das Ganze funktioniert.“ Jeder, der einen digitalen Impfnachweis haben möchte, werde diesen auch bekommen. Dennoch bat er die Menschen darum, nicht gleich heute in die Offizinen zu stürmen. „Die Apotheken brauchen etwas Zeit, um sich an die neuen Abläufe zu gewöhnen“, so der DAV-Vorsitzende.

Bezüglich der Abläufe ergeben sich in den Betrieben tatsächlich Fragen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, erfolgte Erst- und Zweitimpfungen gemeinsam zu dokumentieren. Unklar ist etwa, ob Apotheken zwei QR-Codes je Impfling erzeugen sollen – einen für die Erst- und einen für die Zweitimpfung – und wie anzugeben ist, dass in diesem Fall zwei unterschiedliche Vergütungen fällig werden. Denn nach der Coronavirus-Impfverordnung erhalten Apotheken, wenn sie beide Impfungen gleichzeitig dokumentieren, nicht zweimal 18 Euro, sondern 18 plus 6 Euro. Auch wie eine Boosterimpfung nach durchgemachter COVID-19-Erkrankung einzugeben ist, ist derzeit nicht erkennbar.

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