Niederlande: „Ersti“-Rekord im Pharmaziestudium

Nacheinigen Jahren des Rückgangs erlebt die Ausbildung zum Apotheker in denNiederlanden wieder mehr Zulauf. 658 Studienanfänger haben sich dort im letztenJahr an den drei Universitäten Utrecht, Groningen und Leiden in den Bachelor-Studiengangeingeschrieben, fast 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 193 Apotheker habenihren Abschluss gemacht. Das sollte den Bedarf decken, so die Hoffnung derPlaner.

NachAngaben der niederländischen Stiftung für Pharmazeutische Statistik (SFK) habenim Jahr 2018 an den drei Universitäten des Landes, an denen man Pharmazie(Bachelor und Master) studieren kann, 658 Bachelor-Aspiranten das Studiumaufgenommen. 157entfallen auf die Universität in Groningen, 224 auf Utrecht und 277 auf Leiden.Die SFK spricht von der höchsten Anzahl von Studienanfängern in (bio)pharmazeutischen Wissenschaften seit 2002, dem Jahr, in dem die Stiftung dieseZahlen erstmals veröffentlichte. Insgesamt gab es 57 Bachelor-Studenten mehrals im Jahr 2017.

Die SFK führt den Anstieg auf die vermehrten Bewerbungen an den UniversitätenUtrecht (35) und Leiden (22) zurück, während die Zahl der Studienanfänger inGroningen gleich blieb. In Groningen wird das Studium in diesem Jahr zum erstenMal in englischer Sprache angeboten, wasetwa 15 ausländische Studenten angelockt hat.

62Prozent Frauen

Insgesamtwaren im letzten Jahr knapp 1.200 Studenten in den (bio)pharmazeutischenProgrammen von Utrecht (1.310), Groningen (732) und Leiden (1.154) eingeschrieben,davon 62 Prozent Frauen. 223 Studierende besuchten Ende 2018 die Masterkurse ander Universität Groningen, 469 in Utrecht. In Leiden, wo der MasterstudiengangPharmazie neben dem Masterstudiengang Biopharmazeutische Wissenschaften erst seit2016 wieder angeboten wird, haben 25 Studierende damit begonnen. Somit werdenin diesem Jahr die ersten fertigen Apotheker aus Leiden erwartet. Diepraktische Ausbildung dauert sechs Monate und ist in das Masterstudiumintegriert.

Abwärtstrendbei den Absolventen gestoppt

Imletzten Jahr haben 193 Kandidaten den Master in Pharmazie in Utrecht oderGroningen erfolgreich abgeschlossen, 18 mehr als im Jahr 2017. Dies unterbrichtlaut SFK den Abwärtstrend, der vor einigen Jahren begann. Im Jahr 2014 warennoch 236 Apotheker in den Arbeitsmarkt eingetreten. Bis 2017 sank die Zahl auf 175.Nun geht es erstmals wieder aufwärts.  

DieZahl der neuen Apotheker im Jahr 2018 liegt knapp über dem Niveau von 185, dasnach Angaben der Kapazitätsstelle erforderlich ist, um denkünftigen Personalbedarf in deröffentlichen Apotheke zu decken. In der Praxis wird der Bedarf an diplomiertenApothekern allerdings höher als 185 eingeschätzt, weil einige AbsolventenTätigkeiten außerhalb der öffentlichen Apotheken anstreben.

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