Krematorium in Meißen an Kapazitätsgrenze: Wir äschern rund um die Uhr ein

Die Coronavirus-Pandemie hält Deutschland fest im Griff. Das Niveau der Neuinfektionen und der Todesfälle bleibt weiterhin hoch. In Niedersachsen hat ein Kreis nun sogar Rodelverbot verhängt. Alles Wichtige zur Coronavirus-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

Top-News zur Coronavirus-Pandemie am 8. Januar 2021

  • Auch Kretschmer gesteht Fehler ein (07.26 Uhr)
  • Mehr als 25.000 Neuinfektionen in Deutschland – R-Wert springt über kritische Marke (21.48 Uhr)
  • Sachsen geht bis zum 7. Februar in den Lockdown (20.55 Uhr)

Corona im Überblick:

  • Live-Karte zum Coronavirus und Radar mit Zahlen und Fakten
  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick

RKI meldet fast 25.000 Neuinfektionen und erneut über 1000 Tote

07.37 Uhr: In Deutschland sind binnen eines Tages fast 24.700 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden 24.694 weitere Ansteckungsfälle registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen seit Pandemie-Beginn in Deutschland stieg damit auf 1.891.581. 

Nach Angaben des RKI wurden zudem 1083 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb von 24 Stunden gezählt. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Toten in Deutschland wuchs damit auf 39.878. 

Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen bezifferte das RKI auf rund 1.511.800. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug am Samstag 153,9. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. 

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Anmerkung der Redaktion: Die Zahlen, die das RKI am Morgen meldet, weichen leicht von denen ab, die FOCUS Online jeweils am Vorabend vermeldet. Das liegt am unterschiedlichen Zeitpunkt der Datenerhebung und der Meldeverzögerung.

Auch Kretschmer gesteht Fehler in der Corona-Politik ein

Samstag, 07.26 Uhr: Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat erneut Fehler in der Corona-Politik eingeräumt. Im Herbst sei die Landespolitik aufgrund der allgemeinen Stimmung zu zögerlich gewesen, mit harten Maßnahmen auf die Pandemie zu reagieren, sagte er im Interview der Chemnitzer "Freien Presse" (Samstag). In der Rückschau wäre es besser gewesen, das Land deutlich früher herunterzufahren, "auch wenn das bestimmt viel Unverständnis in der Bevölkerung ergeben hätte".

Erst durch den Besuch mehrerer Klinken in Sachsen am 11. Dezember sei ihm die Dramatik bewusst geworden, sagte Kretschmer: "Mir war nicht klar, dass das Personal in Aue schon seit sechs Wochen vor meinem Besuch am Limit arbeitete (…) Ich hätte mir gewünscht, dass ich früher gewarnt worden wäre."

Mehr als 25.000 Neuinfektionen in Deutschland – R-Wert springt über kritische Marke

21.48 Uhr: In Deutschland haben sich nach Angaben der Gesundheitsämter der Bundesländer 26.381 weitere Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Somit stieg die Zahl der positiv getesteten Menschen seit Pandemiebeginn auf 1.884.345. Besonders stark war der Anstieg bei den Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen (+5149), Bayern (+3668) und Baden-Württemberg (+2753).

Insgesamt sind 39.543 Menschen an oder mit dem Virus gestorben (+1159 am Freitag). Somit wurden bereits den vierten Tag in Folge mehr als 1000 Todesfälle gemeldet.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 257.389 (+2753), 5463 Todesfälle (+127)
  • Bayern: 348.331 (+3668), 7664 Todesfälle (+164)
  • Berlin: 105.125 (+1479), 1547 Todesfälle (+60)
  • Brandenburg: 53.052 (+1595), 1409 Todesfälle (+60)
  • Bremen: 14.252 (+80), 219 Todesfälle (+7)
  • Hamburg: 40.129 (+537), 763 Todesfälle (+38)
  • Hessen: 147.012 (+2003), 3349 Todesfälle (+71)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 14.440 (+401), 235 Todesfälle (+9)
  • Niedersachsen: 117.541 (+1762), 2284 Todesfälle (+45)
  • Nordrhein-Westfalen: 420.181 (+5149), 7706 Todesfälle (+199)
  • Rheinland-Pfalz: 79.218 (+1164), 1740 Todesfälle (+54)
  • Saarland: 21.979 (+249), 553 Todesfälle (+11)
  • Sachsen: 152.487 (+2807), 3969 Todesfälle (+177)
  • Sachsen-Anhalt: 36.126 (+764), 851 Todesfälle (+27)
  • Schleswig-Holstein: 28.043 (+513), 534 Todesfälle (+14)
  • Thüringen: 49.040 (+1469), 1257 Todesfälle (+41)

Gesamt (Stand 08.01.2021, 21.32 Uhr): 1.884.345 (+26.381), 39.543 Todesfälle (+1159)

Vortag (Stand 07.01.2021, 20.50 Uhr): 1.857.964, 38.384 Todesfälle

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Genesenen liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei ca. 1.494.100 (+20.100)

Die Zahl der aktiven Fälle liegt somit bei 350.702 (+4623)

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,15 (Stand: 08.01.)

Zahl der Intensivbetten laut DIVI-Intensivregister, die von Covid-19-Patienten belegt werden: 5484 (-7)

Zahl der aktuell invasiv beatmeten Covid-19-Patienten: 3070 (-29)

Laut Robert Koch-Institut sind 1.494.100 Menschen, die sich mit dem Virus infiziert hatten, inzwischen wieder genesen. Somit liegt die Zahl der akut Infizierten bei 350.702.

Der R-Wert sprang am Freitag deutlich über die kritische Marke von 1 – von 0,77 auf 1,15.

21.19 Uhr: Der verschärfte Corona-Lockdown mit neuen Kontaktbeschränkungen soll in Mecklenburg-Vorpommern bereits ab Sonntag gelten. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag in Schwerin an.

Sachsen geht bis zum 7. Februar in den Lockdown

20.55 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie setzt Sachsen auf einen Lockdown bis zum 7. Februar und geht damit über die Festlegungen der Bund-Länder-Schalte hinaus. Dort war von einer Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar die Rede. Demnach bleiben Kitas und Schulen im Freistaat bis zum 7. Februar weitgehend geschlossen. Kontakte werden eingeschränkt, allerdings will Sachsen Ausnahmen für die Kinderbetreuung ermöglichen. Das beschloss das Kabinett am Freitag in Dresden. Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) sprach von weiterhin "besorgniserregenden Zahlen" im Freistaat. Die neue Verordnung gilt ab dem 11. Januar.

18.35 Uhr: Aus Protest gegen den Corona-Lockdown will ein Gastronom ab Montag sein Bistro in Gmund am Tegernsee wieder öffnen. „Ich möchte einfach ein Zeichen setzen, dass die Maßnahmen der Politik nicht verhältnismäßig sind. Sie zerstören die Gastronomie“, erklärte Betreiber Hans Becker am Freitag. Zuerst hatte die „Tegernseer Zeitung“ über die geplante Öffnung von „Das Becker's“ berichtet.

Die Polizei und das Landratsamt suchen schon vorab das Gespräch mit dem Betreiber, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. „Es ist nicht zulässig, dass gastronomische Betriebe öffnen. Wir hoffen, dass die Einsicht siegt.“ Die Beamten und zwei Vertreter des Landratsamtes werden das Bistro ansonsten am Montag kontrollieren, kündigte eine Sprecherin des Landratsamtes an. „Sollten dabei Verstöße festgestellt werden, werden diese konsequent geahndet.“

Laut Bußgeldkatalog droht dem Gastronom eine Strafe von 5000 Euro. „Natürlich zahle ich nicht. Im Zweifel ziehe ich bis zum Europäischen Gerichtshof“, sagte Becker, der sich ausdrücklich von der rechten Szene distanziert. Er leugne nicht die Existenz des Virus und wolle sich an die Hygiene- und Abstandsregeln halten, um seine Gäste nicht zu gefährden. Zwei Besucher hätten trotz drohender Geldstrafe von 250 Euro schon für Montag reserviert.

Zuletzt hatte ein Sportartikelhändler angekündigt, seine Läden ab Montag zu öffnen. Nach Zuspruch aus der rechten Szene machte er dann aber einen Rückzieher.

Neue Coronavirus-Variante erstmals in Berlin nachgewiesen

18.22 Uhr: Die neue aus Großbritannien bekannte Coronavirus-Variante ist zum ersten Mal auch in Berlin nachgewiesen worden. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitag mit. Der betroffene Mensch und weitere erkrankte Kontaktpersonen seien inzwischen wieder genesen. Der Patient soll laut Senat zuvor in Großbritannien gewesen sein. dpa/Kay Nietfeld/dpa/Symbolbild Ein Patient lässt vor einer Arztpraxis einen Abstrich machen.

Erstmals war die Corona-Mutation aus England in Deutschland an Heiligabend nachgewiesen worden. Betroffen war eine Frau in Baden-Württemberg, die aus Großbritannien eingereist war. In weiteren Bundesländern wurden inzwischen entsprechende Fälle festgestellt. Befürchtet wird, dass die Variante deutlich ansteckender ist als frühere Formen. Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass die neue Variante des Virus in Sachsen aufgetaucht ist.

Landrat mit dringendem Appell: Keine Ausflüge ins Berchtesgadener Land machen

17.21 Uhr: Aufgrund der weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen im Berchtesgadener Land appelliert der zuständige Landrat, auf Tagesausflüge in die Region zu verzichten. Die Polizei werde in den kommenden Tagen vermehrt Schwerpunktkontrollen an den Grenzübergängen, Zufahrtsstraßen und Ausflugszielen im Berchtesgadener Land durchführen, heißt es in einer Mitteilung von Freitag.

Die Corona-Infektionszahlen im Berchtesgadener Land sind weiterhin hoch. Die Region liegt mit einer 7-Tage-Inzidenz von 325,7 im bundesweiten Corona-Ranking auf Rang 12 (RKI, Stand Freitag, 8. Januar). „Besucher aus unseren Nachbarlandkreisen sind im Berchtesgadener Land gerne gesehen – nur bitte nicht, während das Infektionsgeschehen so hoch ist. Wir freuen uns über Ihren Besuch, sobald die Zahlen deutlich gesunken sind und sich die Lage wieder entspannt hat“, bekräftigt Landrat Bernhard Kern.

Es sei in den kommenden Tagen auf allen Zufahrtsstraßen des Landkreises mit hohen Wartezeiten und Staus zu rechnen. „Die Polizei wird insbesondere auf die Einhaltung aller Bestimmungen der derzeit geltenden Elften Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmen-verordnung und der Straßenverkehrsordnung sowie auf das Freihalten der Zufahrtsstraßen in den Ausflugsregionen achten“, heißt es in der Mitteilung weiter. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder.

Das oberbayerische Alpenidyll sorgte bereits im Oktober für Schlagzeilen als bundesweit erste Region im Teil-Lockdown. Damals war der Inzidenz-Wert mit 272 Infektionen auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen niedriger als heute.

Nach heftiger Kritik: Berlin verschiebt geplanten Schulstart

17.18 Uhr: Noch immer sind die Corona-Fallzahlen in Deutschland auf einem hohen Niveau. In Berlin sollte eigentlich am Montag die Schule nach den Weihnachtsferien wieder losgehen. Nun verschiebt Berlin jedoch den geplanten Schulstart, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf Koalitionskreise berichtet. Demnach soll es ab Montag in Berlin keine Präsenzpflicht mehr bis zum 25. Januar geben.

Der Senat hatte am Mittwoch beschlossen, ab 11. Januar schrittweise zumindest wieder Wechselunterricht anzubieten, also eine Kombination aus Lernen zu Hause und in den Schulen in kleinen Gruppen. Den Anfang sollen die abschlussrelevanten Jahrgänge machen, eine Woche später sollen Grundschüler der Klassen 1 bis 3 folgen. dpa/Marijan Murat/dpa/Symbolbild Eine Mund-Nasen-Bedeckung liegt während einer Unterrichtsstunde neben einem Mäppchen und Schulbüchern auf einem Schultisch.

Der Senat erntete für seinen Beschluss jedoch heftige Kritik. Die CDU hat den Berliner Senat aufgefordert, die Pläne zur schrittweisen Wiedereröffnung der Schulen trotz anhaltenden Corona-Lockdowns zurückzunehmen. "Wir alle wünschen uns eine möglichst schnelle Rückkehr zur Normalität im Bildungsbereich. Das Infektionsgeschehen gibt das aber derzeit noch nicht her", erklärte der CDU-Vorsitzende Kai Wegner am Donnerstag.

Inzidenz in London steigt über 1000: Bürgermeister ruft Großlage aus

15.41 Uhr: Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan hat angesichts beispiellos hoher Infektionszahlen in der britischen Hauptstadt eine Großlage (major incident) ausgerufen. Die Bedrohung, die das Coronavirus für die Stadt darstelle, sei an einem kritischen Punkt. "Wenn wir nicht unverzüglich handeln, könnte unser NHS (Gesundheitsdienst) überwältigt werden und mehr Menschen werden sterben", sagte Khan einer Mitteilung zufolge.

Großbritannien verzeichnete in den vergangenen Tagen sehr hohe Infektionszahlen. London ist besonders stark betroffen. Die Krankenhäuser sind bereits weitgehend ausgelastet. Verantwortlich machen die Regierung und Experten dafür auch eine neue, womöglich ansteckendere Virus-Variante. Tim Ireland/Xinhua/dpa Ein Polizeiwagen steht vor dem St. Thomas-Krankenhaus im Zentrum von London. In dem Krankenhaus liegt Premierminister Johnson wegen seiner Covid-19-Erkrankung auf der Intensivstation.

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz in der britischen Hauptstadt liegt inzwischen bei mehr als 1000. Damit ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner gemeint. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten Covid-19-Patienten in London sei allein in der ersten Januarwoche um knapp ein Drittel, die Zahl der Intensivpatienten um mehr als 40 Prozent gestiegen, hieß es in der Mitteilung des Bürgermeisters.

NRW setzt 15-Kilometer-Regelung für Coronavirus-Hotspots nicht um

14.50 Uhr: Nordrhein-Westfalen will die 15-Kilometer-Regelung für Corona-Hotspots nicht umsetzen. Das bevölkerungsreichste Bundesland verzichtet in seiner ab Montag geltenden Verordnung auf die Begrenzung des Bewegungsradius in Hotspots mit einer Inzidenz von 200 oder höher. Das berichtet der Deutschlandfunk.

Zudem würde man in Nordrhein-Westfalen zu betreuende Kinder bei den Kontaktbeschränkungen auf einen Haushalt und eine weitere Person nicht mitzählen. Landkreise und Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 können jedoch im Einvernehmen mit dem Landesgesundheitsministerium zusätzliche Schutzmaßnahmen anordnen.

Bund und Länder hatten sich erst am Dienstag darauf verständigt, in Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz über 200 die Bewegungsfreiheit auf 15 Kilometer um den Wohnort zu begrenzen.

Infektionsrekord auf den Balearen: Mallorca schließt Restaurants

14.43 Uhr: Die Urlaubsinsel Mallorca, die Region Madrid und weitere Teile Spaniens haben wegen anziehender Infektionszahlen eine erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschlossen. Nach einem regionalen Infektionsrekord auf den Balearen müssen auf Mallorca ab Dienstag alle Restaurants, Bars und Cafés sowie auch alle Kaufhäuser, Einkaufs- und Fitnesszentren für zwei Wochen geschlossen bleiben, wie die balearische Regierungssprecherin Pilar Costa am Freitag in Palma mitteilte. Im Einzelhandel sind alle Läden mit einer Verkaufsfläche von mehr als 700 Quadratmetern betroffen. Erlaubt bleibt der Verkauf von Lebensmitteln, Medikamenten und allen Produkten des Grundbedarfs.

"Bürokratischer Irrsinn": Bei Maskenverteilung droht Deutschland das nächste Corona-Chaos

14.10 Uhr: Um sich besser vor dem Coronavirus schützen zu können, sollen Über-60-Jährige sowie Menschen mit Vorerkrankungen per Gutschein FFP2-Masken in Apotheken ausgehändigt bekommen. Doch das beinhaltet offenbar einen gigantischen logistischen Aufwand, wie die "Welt" berichtet. Reichte bislang der Ausweis als Nachweis, benötigen die Menschen nun ein Zertifikat der Bundesdruckerei.  Ein renommierter deutscher Arzt sprach gegenüber dem Blatt von "bürokratischem Irrsinn", Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein warnte vor einem Gutschein-Verzug.

"In den Apotheken stehen nun Menschen, die Gutscheine vorzeigen müssen, die sie noch nicht haben. Der Druck nimmt täglich zu, auch angesichts der Mutante des Coronavirus, die sich auf dem Kontinent weiter ausbreiten könnte", sagte er der "Welt". Obwohl die Zustellung der Gutscheine für "Anfang Januar" angekündigt war, werden die Voucher wohl erst an diesem Wochenende bei vielen Berechtigten ankommen.

Gerade jetzt, wo die zweite Verteilerrunde starten soll, ist es ein großes Problem, dass die Berechtigungsscheine erst zu den Krankenkassen und dann zu den Menschen geschickt werden – aber bei weitem nicht das einzige. "Die Krankenkassen verschicken die Gutscheine nicht alle auf einmal, sondern nach der Reihenfolge des Alters ab 75, ab 70 und ab 60", erklärt Preis und warnt. "Bis jeder den Nachweis hat, wird es sich also noch weiter hinziehen." dpa/Friso Gentsch/dpa Apotheken dürfen pro Person drei Schutzmasken gratis aushändigen. Das Angebot gilt für über 60-Jährige und Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen.

Wie lange sich das hinziehen kann, ist unklar. Laut Apothekenverband Nordrhein könnte es bis "zum Ende des Monats Januar" dauern, bis die Gutscheine ankommen – dann steht eigentlich schon die nächste Verteilerrunde an.

Für Apotheker Preist ist das Irrsinn. "Ein weiteres Zuwarten und Vertrösten auf die nächsten Masken ist angesichts der immer noch zu hohen Infektionszahlen und des zögerlichen Starts der Impfungen den Menschen nicht zuzumuten." Daher fordert er eine pragmatische Lösung für den Übergang. "Für den Übergang, bis alle Gutscheine zugestellt sind, sollten Bedürftige kostenlos drei weitere FFP2-Masken erhalten – gegen Vorlage ihres Ausweises. Das würde deutlich Druck vom Kessel nehmen."

Grund für die Maßnahme des Bundes ist aber das Verhindern von Missbrauch. Im Dezember waren teilweise Menschen, die man "Maskentouristen" taufte, von Apotheke zu Apotheke gezogen und hatten ihre eingesammelten Masken danach weiterverkauft.

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