Kippt zur Rose das OTC-Versandverbot in der Schweiz?

Wird das OTC-Versandhandelsverbot in der Schweiz doch noch ausgehebelt – mit dem Coronavirus als „Räuberleiter“? Zur Rose versucht schon länger, die Regelung zu umgehen, bislang ohne Erfolg. Nun haben die Krankenversicherung KPT, der Telemedizin-Dienstleister medi24 und Zur Rose ein neues Paket geschnürt, das rechtssicher sein soll.

In der Schweiz dürfen nur Arzneimittel im Wege des Versandhandels geliefert werden, die von einem Arzt verschrieben wurden. Das gilt sowohl für Rx- als auch für OTC-Präparate. Sprich: ausgerechnet der Versandhandel mit den risikoärmeren nicht-rezeptpflichtigen Medikamenten ist verboten. Gerade in Zeiten von Corona stoße dieses Verbot vielerorts auf Unverständnis, berichtet das Schweizer Nachrichtenportal „nau.ch“.

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„Konsumenten sollen frei wählen dürfen, ob sie Medikamente stationär oder online beziehen dürfen“, wird der Gesundheitsexperte Felix Schneuwly vom online-Vergleichsportal Comparis zitiert. Ein solches Gesetz, wie es in der Schweiz bestehe, schütze die Verbraucher keineswegs. Im Gegenteil: Es führe dazu, dass nicht rezeptpflichtige Medikamente online aus dem Ausland beschafft werden, meint Schneuwly.

Drei Partner

Nun lanciert die Krankenversicherung KPT laut „nau.ch“ vorübergehend einen neuen Online-OTC-Medikamentenservice. Er soll bis Ende Juni 2020 befristet sein. Hintergrund ist die Coronakrise. Gerade in Zeiten von Corona falle der Gang in die Apotheke schwer. Zu groß sei die Angst vor einer möglichen Ansteckung, so die Begründung. Für das Modell arbeitet die KPT mit zwei Partnern zusammen. Einer ist der Telemedizin-Provider medi24, der andere die Versandapotheke Zur Rose. Medi24, laut eigenen Angaben „Schweizer Pionier in Telemedizin“, ist ein Kompetenzzentrum mit Status einer Schweizer Arztpraxis. Es beschäftigt ein interdisziplinäres Team von über 120 Fachpersonen, darunter Ärzte und Pflegefachpersonal, die rund um die Uhr telemedizinische Sofort-Beratung oder auch Online-Beratung anbieten.

Wie der neue Online-Service funktioniert

Im ersten Schritt nimmt der Kunde über ein Formular, das medi24 auf seiner Webseite zur Verfügung stellt, mit dem Telemedizinanbieter Kontakt auf. „Nach dem Ausfüllen des kurzen Onlineformulars klärt das telemedizinische Beratungszentrum Medi24 die Bedürfnisse der Kunden ab und verschreibt (falls indiziert) das passende Medikament“, erklärt Mediensprecher Beni Meier. Daraufhin liefere die Versandapotheke Zur Rose das Produkt bequem und sicher bis vor die Haustür.

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