Internes Papier der US-Behörden: Delta-Variante ist so ansteckend wie Windpocken

Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt immer weiter. Unklar bleibt noch, wann eine generelle Testpflicht für Reiserückkehrer gelten soll. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 30. Juli

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US-Gesundheitsbehörde: Delta-Variante ist so ansteckend wie Windpocken

Freitag, 30. Juli, 07.07 Uhr: Die Delta-Variante ist viel ansteckender, durchbricht eher den Impfschutz und kann schwerere Erkrankungen verursachen als alle anderen bekannten Versionen des Virus. Das geht aus einem internen Papier hervor, das in der US-Behörde für Krankheitskontrolle und Prävention kursiert, wie die "New York Times" berichtet.

Rochelle Walensky, die Direktorin der Behörde, räumte zuvor ein, dass geimpfte Menschen mit so genannten Durchbruchsinfektionen der Delta-Variante genauso viel Virus in Nase und Rachen tragen wie ungeimpfte Menschen und es genauso leicht verbreiten können, wenn auch seltener. In dem internen Dokument wird jedoch eine umfassendere und noch gefährlichere Sichtweise der Variante dargelegt.

Die Delta-Variante ist übertragbarer als die Viren, die MERS, SARS, Ebola, die gewöhnliche Erkältung, die saisonale Grippe und die Pocken verursachen, und sie ist so ansteckend wie Windpocken, heißt es in dem Dokument, von dem die "New York Times" eine Kopie erhalten hat. Der unmittelbare nächste Schritt für die Behörde besteht darin, "anzuerkennen, dass sich der Krieg verändert hat", heißt es in dem Dokument.

Corona-Zahlen sinken: Portugal will ab Sonntag in drei Schritten lockern

06.57 Uhr: Portugal will ab Sonntag seine Corona-Beschränkungen lockern. "Es ist an der Zeit, die Pandemie nach dem entscheidenden Kriterium der Impfungen zu handhaben", sagte Regierungschef António Costa am Donnerstag in Lissabon. Geplant ist eine Lockerung in drei Stufen, die sich am Fortschritt der Impfkampagne orientiert. Bis Sonntag soll eine Impfqote von 57 Prozent erreicht werden. 

Dann dürfen Geschäfte, Restaurants und Theater wieder bis 2.00 Uhr morgens öffnen. Die Homeoffice-Pflicht entfällt, und die nächtliche Ausgangssperre in den am meisten betroffenen Gebieten wird aufgehoben. Bis September will die Regierung 70 Prozent der Bevölkerung geimpft haben. Dann soll auch die Maskenpflicht im Freien entfallen. Wird bis Oktober eine Impfquote von 85 Prozent erreicht, sollen auch Bars und Nachtclubs wieder für Geimpfte und negativ Getestete geöffnet werden.

Foto: picture alliance/dpa/Sputnik/Gustavo Valiente In Lissabon stiegen die Coron-Zahlen wegen der Delta-Variante stark an.  

Nachdem die Infektionszahlen wegen der Delta-Variante des Coronavirus zunächst angestiegen waren, sanken die Zahlen laut Costa in den vergangenen Wochen wieder. "Die Impfung hat einen sehr positiven Beitrag geleistet." Seit Pandemiebeginn infizierten sich in dem Land mit seinen zehn Millionen Einwohnern mehr als 960.000 Menschen mit dem Coronavirus, mehr als 17.000 starben.

Breite Einreise-Testpflicht soll neue Corona-Welle bremsen

20.51 Uhr: Neue Regeln für die Einreise nach Deutschland sollen eine Corona-Ausbreitung durch heimkommende Sommerurlauber bremsen. Auf breitere Testpflichten müssen sich nach einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vor allem Nicht-Geimpfte einstellen. Es sei nötig, "die Eintragung zusätzlicher Infektionen einzudämmen und die Infektionszahlen gering zu halten, um in dieser Zeit weiter die Impfquoten steigern zu können", heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Die nach aktuellen Prognosen zu erwartende nächste Welle an hohen Infektionszahlen soll möglichst weit nach hinten verzögert werden."

Angestrebt werden ein Beschluss des Kabinetts im Umlaufverfahren an diesem Freitag und das Inkrafttreten der Neuregelungen an diesem Sonntag (1. August). Zu dem Referentenentwurf mit Stand von Mittwochabend gab es nach dpa-Informationen am Donnerstag eine weitere Abstimmungsrunde der beteiligten Ministerien. Ein neuer Entwurf von Donnerstagabend sah noch einzelne Änderungen vor.

Grundsätzlich sollen laut dem jüngsten Entwurf künftig alle Einreisenden ab zwölf Jahren über einen negativen Testnachweis, einen Genesenen-Nachweis oder einen Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen – egal von wo und auf welchem Weg sie kommen. Bei Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll ein Testnachweis nötig sein, Nachweise als Geimpfter oder Genesener sollen dann nicht reichen. Derzeit sind etwa Brasilien und Südafrika Virusvariantengebiete. Mögliche Schnell- oder PCR-Tests im Ausland sind selbst zu zahlen.

Sonderregelungen sieht der Entwurf unter anderem für Grenzpendler und kürzere Reisen im Grenzverkehr vor. Für sie soll die Testpflicht nur gelten, wenn sie aus Risikogebieten kommen. Für nicht Geimpfte und nicht Genesene soll ein Testnachweis demnach auch nur zweimal pro Woche nötig sein, nicht bei jeder Einreise.

Virologe Stürmer: „Es ist viel zu früh für so einen Anstieg“

17.13 Uhr: Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer hat sich vom raschen Anstieg der Corona-Fallzahlen überrascht gezeigt. „Es ist viel zu früh für so einen Anstieg“, sagte Stürmer dem Nachrichtensender n-tv. Ich hatte eigentlich erwartet, dass wir in den Sommermonaten auf einem niedrigen Niveau bleiben.“ Zwar handle es sich derzeit noch nicht um exponentielles Wachstum, „aber wir sehen den Trend und müssten eigentlich vorsichtig gegensteuern.“ privat Virologe Martin Stürmer

Stürmer empfiehlt, die Bandbreite an niedrigschwelligen Impfangeboten in Deutschland stark auszubauen. Bislang unwillige Erwachsene müssten nun schnellstmöglich überzeugt werden, „dass die Impfung richtig und wichtig ist.“ Dennoch sei es falsch, wenn die Politik nun Druck auf die Ständige Impfkomission (stiko) ausübt, damit möglichst schnell Impfungen von Kindern zugelassen werden, kritisiert Stürmer. Vielmehr sollten die Schulen mit technischen Hilfsmitteln und einer überzeugenden Teststrategie ausgestattet werden.

400 Infektionen weniger, aber doppelt so viele Tote: RKI korrigiert Corona-Zahlen

11.51 Uhr: Das Robert-Koch-Institut hat seine Corona-Zahlen vom Morgen revidiert. Demnach meldeten die Gesundheitsämter 3142 Neuinfektionen. Im ersten Bericht vom frühen Morgen waren es noch 3520 und damit knapp 400 mehr gewesen. Bei den Todesfällen erhöhte sich die Zahl im Vergleich zum Morgen von 10 auf 21.

Entwurf: Einreise-Testpflicht soll neue Infektionswelle verzögern

10.26 Uhr: Die vorgesehene generelle Testpflicht bei Einreisen nach Deutschland soll nach Plänen des Bundesgesundheitsministeriums eine neue raschere Corona-Ausbereitung bremsen. Es sei notwendig, "die Eintragung zusätzlicher Infektionen einzudämmen und die Infektionszahlen gering zu halten, um in dieser Zeit weiter die Impfquoten steigern zu können", heißt es in einem Verordnungsentwurf aus dem Ministerium, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Die nach aktuellen Prognosen zu erwartende nächste Welle an hohen Infektionszahlen soll möglichst weit nach hinten verzögert werden."

Der Referentenentwurf mit Stand von Mittwochabend wurde nach dpa-Informationen mit anderen Ressorts vorabgestimmt, darüber soll nun noch weiter beraten werden. Der Entwurf sieht ein Inkrafttreten der Verordnung am 1. August vor. Die Bundesregierung hatte den Starttermin der Neuregelung aber zuletzt offen gelassen und auf noch nötige interne Abstimmungen verwiesen.

Grundsätzlich sollen laut dem Entwurf künftig alle Einreisenden ab sechs Jahren über einen negativen Testnachweis, Genesenennachweis oder Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen – egal von wo und auf welchem Weg sie nach Deutschland kommen. Bei Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll immer ein Testnachweis nötig sein – Nachweise als Geimpfter oder Genesener sollen dann nicht reichen.

Generell sollen die Nachweise bei der Einreise mitzuführen und bei "stichprobenhaften" Überprüfungen durch die Behörden vorzulegen sein. Reist man mit einem "Beförderer" wie einer Fluggesellschaft, sollen die Nachweise vor dem Start auf Anforderung vorgelegt werden müssen – so ist es für Flugpassagiere schon bisher. Im grenzüberschreitenden Bahnverkehr soll dies auch während der Fahrt möglich sein.

Geplant sind dem Entwurf zufolge auch Änderungen bei der Einstufung von Regionen mit höherem Risiko. Künftig soll es statt drei nur noch zwei Kategorien geben: Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete. Die bisherige Stufe eines "einfachen" Risikogebiets soll entfallen.

Virologe Schmidt-Chanasit: Pooltests für Reiserückkehrer "durchaus überlegenswert"

10.18 Uhr: Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat dafür plädiert, Reiserückkehrer im Falle einer Testpflicht nach ihrem Urlaub mit einer sogenannten Pooltestung auf das Coronavirus zu kontrollieren. Dabei werden mehrere Abstriche zusammengefasst und geprüft. "Wir kennen die ganzen Nachteile auch der Schnellteste, und sie kosten ja auch nicht unerheblich. Insofern wäre hier sicherlich eine Pooltestung mittels PCR-Verfahren durchaus überlegenswert", sagte Schmidt-Chanasit dem Radiosender "Bayern 2".

Eine Testpflicht für Reiserückkehrer sei dabei "nicht prinzipiell schlecht". Man müsse den Nutzen allerdings genau abwägen und die Details – wo und wie wird getestet – genau klären. Aus Praktikabilitätsgründen sollte eine Testpflicht dann so einfach wie möglich gestaltet sein, auch wenn dadurch einige Reisende benachteiligt würden. Der Test aller sei aber erstmal besser, "als ein sehr kompliziertes Regelwerk, das vielleicht dann wenig Effekt hat".

Hintergrund sei auch, dass die Qualität der Tests in den Urlaubsländern unterschiedlich sei, so der Tropenmediziner des Bernhard-Nocht-Instituts. "Da wird viel Schindluder getrieben." Man könne nicht sicher sein, ob die Tests so gut wie beispielsweise in Deutschland durchführt werden. "Und wir müssen uns dann die Frage stellen: Ist es zum Schluss eh nicht eine Alibimaßnahme, weil damit ist dann sicherlich niemandem geholfen."

Israel: Grüner Pass soll steigende Corona-Zahlen bremsen

09.12 Uhr: Wegen steigender Corona-Infektionszahlen gilt in Israel seit Donnerstag wieder der sogenannte Grüne Pass. Bei Versammlungen von mehr als 100 Menschen müssen Teilnehmer, die älter als zwölf Jahre alt sind, eine Bescheinigung für Geimpfte oder Genesene vorzeigen oder ein negatives Corona-Testergebnis. Dies gilt unter anderem für Sport- und Kulturveranstaltungen sowie Fitnessstudios, Restaurants, Konferenzen und Gebetshäuser.

Der Grüne Pass, der Erleichterungen für Geimpfte und Genesene brachte, war in Israel im Februar eingeführt worden. Nach einem deutlichen Rückgang der Infektionszahlen waren die meisten Beschränkungen jedoch wieder aufgehoben worden.

Ein Expertenteam empfahl eine dritte Auffrischungsimpfung für Erwachsene, wie es in einer Mitteilung des Gesundheitsministeriums hieß. Uneinigkeit habe allerdings über die Altersgruppe geherrscht, welche die Impfung erhalten solle – entweder über 60-Jährige oder über 70-Jährige. In den kommenden Tagen werde das Ministerium eine endgültige Entscheidung über eine dritte Impfung und die entsprechende Altersgruppe treffen, hieß es.

 

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