Eine Eigenschaft macht die neue Omikron-Variante besonders gefährlich

Auf Twitter warnte jetzt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor der Corona-Variante BA.2.75.2. Diese habe Potenzial sich durchzusetzen, erklärte er dort.

Momentan herrscht in Deutschland die Omikron-Variante BA.5 vor. Diese gilt als besonders infektiös und entkommt zumindest in Teilen der Immunantwort früherer Infektionen und Impfungen. Aus diesem Grund gibt es nun angepasste Impfstoffe, die vor einem schweren Verlauf schützen sollen.

Dass die nächste Variante jedoch schon in den Startlöchern stehen könnte, stellte nun unter anderem Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in Aussicht. Auf Twitter teilte er einen Post des britischen Wissenschaftlers Tom Peacock. Dieser arbeitet als Virologe am renommierten Imperial College London. Demnach zeige die Variante BA.2.75.2 nach vorläufgen Daten eine sehr starke „Antikörper-Escape“. Und genau das macht die neue Omikron-Variante potentiell sehr gefährlich.

Antikörper entweichen stärker als bei jeder bisherigen Variante

„BA.2.75.2 zeigt ein extremeres Entweichen von Antikörpern als jede Variante, die wir bisher gesehen haben“, schreibt auch der schwedische Forscher Ben Murrell zu den von ihm ermittelten Daten. „In 18 Stichproben von Blutspendern in Stockholm, die erst vor wenigen Wochen entnommen wurden, wurde BA.2.75.2 im Durchschnitt fünfmal weniger stark neutralisiert als BA.5“, erklärt er. Die Variante hat demnach die stärkste Immunflucht, die bislang nachgewiesen wurde.

Dies seien aktuelle Proben in einer Stadt mit guter Impfabdeckung und wahrscheinlich relativ hohen früheren Infektionsraten. Daraus schließen Experten wie Peacock und Lauterbach, BA.2.75.2 könnte „die nächste Variante werden, die sich durchsetzt.“

„Die Omikron-Sublinie BA.2.75.2 ist derzeit auch in UK auf dem Vormarsch. BA.2.75.2 hat sehr starke Immunflucht-Eigenschaften und wird sicher zu vielen Infektionen führen“, schreibt auch Charité-Mediziner Leif-Erik Sander auf Twitter. Allerdings sei bislang noch nichts über Faktoren wie etwa die Pathogenität bekannt. Es ist also noch unklar, wie krank eine Infektion mit der Variante macht.

Noch reichen demnach laut Lauterbach die Daten nicht, um endgültig zu belegen, dass sich BA.2.75.2 durchsetzt. Aber: „Auch gegen diese Variante wären wir ausreichend vorbereitet“, schreibt er weiter. Neue Impfstoffe, Masken in Innenräumen und bessere Behandlungsmöglichkeiten würden dabei helfen.

Wie gefährlich ist BA.2.75.2?

Die Variante BA.2.75.2 hat in Deutschland bislang noch nicht Fuß gefasst. Das zeigen die Daten des Robert-Koch-Instituts. Dieses verzeichnete laut jüngstem Wochenbericht lediglich 51 Genomsequenzen der „Eltern“-Variante BA.2.75.

Im Gespräch mit „ntv“ äußerte sich Virologe Hendrik Streeck unter anderem zu BA.2.75.2. Es handele sich dabei um eine Variante, bei der dort Mutationen auftreten, wo die Antikörper in der Regel das Virus angreifen, also an der Virusoberfläche. „Dadurch kann das Immunsystem das Virus nicht mehr so gut erkennen“, erkläre Streeck, betonte aber auch: „Es ist keine komplette Immunflucht. Man hat also immer noch eine Teilimmunität gegen das Virus, auch, wenn man gegen das ursprüngliche Virus geimpft wurde.“

Alarmiert zeigt sich Streeck demnach nicht. „Man muss es beobachten“, meint er. „Aber es gibt jetzt keinen Grund zu glauben, dass alles, was wir in den letzten zweieinhalb Jahren geschafft haben, wieder futsch wäre, wenn sich eine solche Variante durchsetzen würde.“

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