COVID-19: Verbesserte Überlebenschancen dank ECMO-Therapie – Heilpraxis

ECMO erhöht die Überlebenschancen bei schweren COVID-19-Verläufen

Bei schweren Erkrankungen an COVID-19 wird relativ häufig eine künstliche Beatmung erforderlich, die jedoch nicht allen Betroffenen helfen kann. Als letzte Option bleibt dann die sogenannte ECMO-Therapie, welche das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff anreichert und es vom Kohlendioxid befreit. Dieses Verfahren kann die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich verbessern, so auch das Ergebnis einer aktuellen Auswertung am Universitätsklinikum AKH Wien.

Die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) kann bei COVID-19-Patientinnen und -Patienten mit schweren Lungenschädigungen vorübergehend die Sauerstoffversorgung des Körpers weiter aufrechterhalten, allerdings erfordert die Behandlungsmethode zum Teil hochspezialisiertes Wissen und Erfahrung bei der Anwendung. Dann kann die ECMO-Therapie jedoch zu einer deutlichen Verbesserung der Überlebenschancen beitragen.

Wie funktioniert die ECMO?

Die ECMO-Behandlung wurde für Patientinnen und Patienten mit akutem Lungenversagen entwickelt und eine Maschine außerhalb des Körper übernimmt hierbei teilweise oder vollständig die Atemfunktionsleistungen. Das Blut wird über einen sogenannten Membran-Oxygenator mit Sauerstoff versorgt und von Kohlendioxid befreit, erläutert die Medizinische Universität Wien (MedUni Wien) in einer aktuellen Mitteilung.

Allerdings erfordere die ECMO-Behandlung „ein spezialisiertes und entsprechend geschultes Team aus KardiotechnikerInnen, ÄrztInnen und Intensivkrankenpflege“ und „die Zahl der spezialisierten und entsprechend geschulten ExpertInnen, die eine ECMO durchführen können, ist begrenzt“, berichtet die MedUni Wien.

So müsse ein Katheter in die Hals- oder Leistenvene implantiert und angeschlossen werden und der Umgang mit den Kanülen, das Gerinnungsmanagement sowie das Bestimmen des richtigen Zeitpunktes, wann mit der Therapie begonnen und wann diese beendet wird, erfordere ebenfalls einiges Know-how.

ECMO als letzte Option

Die ECMO bleibe die letzte Option, wenn Beatmungsmaschinen nicht mehr helfen können, und vorübergehend könne mit dieser Behandlung die Lungenfunktion, und bei entsprechendem Einsatz zusätzlich auch die Herzfunktion, ersetzt werden. So werde dem Körper Zeit verschafft, damit sich entweder die Organe erholen und ihre Funktion wiederaufnehmen können oder eine Lungentransplantation möglich ist.

Relativ hohe Überlebenschancen

Im Verlauf der COVID-19-Pandemie hat sich gezeigt, dass die ECMO ein wichtiges Instrument zur Behandlung schwerer Verläufe sein kann und die aktuellen Auswertungen der intensivmedizinischen Behandlung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten am Universitätsklinikum AKH Wien zeigt, dass rund drei Viertel der Betroffenen, die dort zwischen Januar 2020 und April 2021 eine ECMO erhalten haben, ihre Erkrankung überlebten.

Von Januar 2020 bis April 2021 wurden im AKH Wien 87 COVID-19-Betroffene mit einer ECMO-Therapie behandelt. Im Durchschnitt waren diese 57 Jahre alt und 16,5 Tage an die ECMO angeschlossen. Nach 28 Tagen lag die Mortalität bei 25,4 Prozent und insgesamt haben 61 der 87 Patientinnen und Patienten überlebt, berichtet die MedUni Wien.

Gutes Abschneiden im internationalen Vergleich

Dieses Behandlungsergebnis zeige, wie gut die Versorgung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten an den Universitätskliniken der MedUni Wien und des AKH Wien aufgestellt ist. Studienergebnisse aus dem September letzten Jahres, die in dem renommierten Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht wurden, hatten die Langzeit-Mortalität bei COVID-19 nach einer ECMO-Behandlung mit rund 37 Prozent angegeben, und das AKH Wien liege somit im internationalen Spitzenfeld.

Hier wirke es sich positiv auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit schweren COVID-19-Verläufen aus, dass die intensivmedizinischen Stationen von AKH Wien und MedUni Wien bereits vor der Pandemie auf die Behandlung von akutem Lungenversagen spezialisiert waren. Allerdings seien die Behandlungskapazitäten auf deren intensivmedizinischen Stationen aktuell nahezu ausgeschöpft. 25 Behandlungen werden dort derzeit parallel durchgeführt. (fp)

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