WWF-Studie – Die Deutschen werfen 313 Kilo Lebensmittel weg – jede Sekunde

18 Millionen Tonnen Lebensmittel landen laut einer WWF-Studie in Deutschland jährlich auf dem Müll – ein Drittel des aktuellen Nahrungsmittelverbrauchs der gesamten Bundesrepublik. Deutsche leben in einer Wegwerfgesellschaft: Wir werfen 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel weg – jede Sekunde.

In Deutschland landen laut einer WWF-Studie jährlich mehr als 18 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Das entspricht fast einem Drittel des aktuellen Nahrungsmittelverbrauchs der Deutschen, wie die Naturschutzorganisation am Donnerstag in Berlin mitteilte. Umgerechnet auf die landwirtschafliche Nutzfläche werden demnach mehr als 2,6 Millionen Hektar "für die Tonne" bewirtschaftet und außerdem fast 48 Millionen Tonnen Treibhausgase umsonst ausgestoßen.

Wir werfen 313 Kilo genießbare Nahrungsmittel weg – jede Sekunde

"Derzeit ist es so, als würden wir Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland in einen riesigen Acker umwandeln und die eingefahrene Ernte einfach wegwerfen", erklärte WWF-Vorstand Christoph Heinrich. Im Schnitt landeten in Deutschland jede Sekunde 313 Kilogramm genießbare Nahrungsmittel in der Tonne, während weltweit fast eine Milliarde Menschen hungerten. "Zusätzlich befeuert dieser riesige Essensberg unnötigerweise den Klimawandel", kritisierte Heinrich.

Nach Ansicht des WWF müssten zehn der 18 Millionen Tonnen Lebensmittel gar nicht nicht verloren gehen. Sie wären durch nachhaltigere Marketingstrategien, veränderte Konsumgewohnheiten und durch verbessertes Management entlang der Wertschöpfungskette vermeidbar. Besonders hoch sind die Verluste demnach mit knapp zwei Millionen Tonnen bei Getreideerzeugnissen, vor allem Brot und Backwaren, sowie bei Obst und Gemüse mit jeweils 1,5 Millionen Tonnen. Auch bei Kartoffel- und Milcherzeugnisse landen laut WWF jährlich jeweils mehr als eine Million Tonnen auf dem Müll.

40 Prozent wirft der Endverbraucher in die Tonne

Mehr als die Hälfte des Lebensmittelabfalls, rund 60 Prozent, sind der Studie zufolge auf die Wertschöpfungskette vom Produzenten bis hin zu Großverbrauchern wie Gastronomie und Betriebskantinen zurückzuführen. Fast 40 Prozent wirft der Endverbraucher in die Tonne.

Die Organisation forderte von der Bundesregierung einen "Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung" mit klaren Zielvorgaben, Zuständigkeiten und einer entsprechenden Finanzierung. Verbindliches Ziel müsse es werden, die Verschwendung in den kommenden Jahren um die Hälfte zu verringern. "Das zuständige Landwirtschaftsministeriums muss nicht mehr nur die Verbraucher, sondern alle Akteure im Lebensmittelsektor berücksichtigen, wenn es darum geht, Lebensmittelverschwendung einzudämmen", forderte Heinrich. Allein bei den Großverbrauchern könnten jährlich fünf Millionen Tonnen Abfall vermieden werden.

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