Kein Appetit mehr aufs Lieblingsessen? Dahinter kann ein Krebsleiden stecken

Wenn das Schnitzel plötzlich nicht mehr schmeckt, kann das ein typischer Hinweis auf Magenkrebs sein. Die Tumorerkrankung hat im Anfangsstadium nur diffuse Symptome. Wichtig ist, auf die Körpersignale zu achten, denn zu Beginn lässt sich der Krebs noch gut behandeln.

  • Vorsicht, wenn Ihnen Kaffee oder Fleisch plötzlich nicht mehr schmeckt.
  • Magenkrebs wird oft erst spät entdeckt und der gesamte Magen muss entfernt werden.
  • Schinken, Wurst und Gegrilltes können Magenkrebs begünstigen.

Magenkrebs ist gut heilbar – wenn er rechtzeitig entdeckt wird. Doch meistens wird er zu spät erkannt und die Heilungschancen liegen dann nur noch bei 20 Prozent, wie der Berufsverband Deutscher Internisten warnt.

Keiner denkt bei Magenschmerzen gleich an Krebs

Warum das so ist? Magenkrebs hat im Anfangsstadium, also dann, wenn er sich noch erfolgreich behandeln ließe, oft nur allgemeine Anzeichen – wie beispielsweise mal Magenschmerzen oder Völlegefühl. Dabei handelt es sich um Beschwerden, die jeder von uns kennt und die meist harmlose Ursachen habe. Oft steckt nur eine leichte Magenverstimmung dahinter oder im schlimmsten Fall mal eine Gastritis. An Magenkrebs denkt dabei kaum jemand, außer einem Hypochonder.

Wenn sich Vorlieben beim Essen plötzlich ändern

Daneben gibt es jedoch ein Symptom, über das viele Magenkrebs-Patienten berichten und das deshalb ein wichtiger Hinweis sein kann: Sie haben plötzlich eine Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel oder Getränke, die Sie früher mochten – oder Sie vertragen sie auf einmal nur noch schlecht. Das können sein:

  • Kaffee
  • Obst
  • Alkohol
  • Fleisch

Sieben weitere Symptome für Magenkrebs

Daneben gibt es zusätzlich Anzeichen, die im Zusammenhang mit einem Magenkarzinom auftreten können:

Bei jedem dieser Anzeichen, vor allem wenn es über Wochen besteht oder immer wiederkommt, sollten Sie den Hausarzt aufsuchen oder gleich einen Termin bei einem Gastroenterologen ausmachen.

Einfache Diagnose mit der Magenspiegelung

Nach einer ausführlichen Anamnese und körperlicher Untersuchung wie Abtasten des Bauchs, wird der Facharzt zu einer Magenspiegelung raten. Dafür müssen Sie nüchtern sein. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei, weil Sie dabei eine leichte Schlummernarkose erhalten.

Ein Betäubungsspray im Rachen verhindert den Würgereiz, während der Arzt das Endoskop (enthält Kamera und eine winzige Zange) über die Speiseröhre in den Magen führt. Entdeckt er bei der Magenspiegelung verdächtige Bereiche, wird er über das Endoskop eine Gewebeprobe nehmen und sie danach im Labor untersuchen lassen (histologische Untersuchung).

Falls sich der Verdacht bestätigt und es sich um Krebs handelt, können weitere Untersuchungen abklären, wie groß der Tumor sind, ob Lymphknoten befallen sind und es womöglich bereits Metastasen gibt. Magenkrebs streut häufig in Leber und Lunge, bei Frauen außerdem in die Eierstöcke. All das kann mit einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraums und Computertomographie festgestellt werden.

 

Magenkrebs – was ist das?

In den meisten Fällen wird ein sogenanntes Adenokarzinom diagnostiziert. Das bedeutet, der Krebs geht von den Drüsenzellen der Magenschleimhaut aus. Sie haben sich krankhaft verändert und sind bösartig geworden. Nur in den seltensten Fällen handelt es sich bei Magenkrebs um Metastasen von Brust- oder Lungenkrebs.

Das Risiko, Magenkrebs zu entwickeln, steigt übrigens mit den Jahren. Das liegt auch daran, dass ein Magenkarzinom in der Regel langsam wächst. In Deutschland wird die Diagnose „Magenkrebs“ pro Jahr etwa 16.000mal gestellt, dabei sind mehr Männer als Frauen betroffen.

Therapie bei Magenkrebs ist zuerst die Operation

Die Behandlung bei Magenkrebs richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung, also wie weit sie fortgeschritten ist. Die Stadien reichen von 0 bis IV. Dabei bedeutet 0, dass der Tumor auf die oberste Schicht der Magenschleimhaut begrenzt ist, bei Stadium IV hat sich der Krebs in benachbartes Gewebe außerhalb des Magens ausgebreitet oder hat sogar Metastasen in anderen Organen gebildet.

Operation endoskopisch oder per Skalpell

Wenn der Tumor noch klein ist und nur die Magenschleimhaut betrifft, lässt sich das Magenkarzinom oft endoskopisch entfernen – also über einen Schlauch durch Mund und Speiseröhre, wie bei der Magenspiegelung.

Ist das Magenkarzinom größer, müssen Teile des Magens (Teilsektion), manchmal sogar das gesamte Organ (Gastroektomie) in einer offenen Bauchoperation entfernt werden, dabei auch befallenes Gewebe in der Nachbarschaft und umliegende Lymphknoten.

Künstlichen Magen anlegen

Als Magenersatz verbindet der Chirurg Dünndarm und Speiseröhre. Dabei kann er aus Dünndarmschlingen einen sogenannten „Pouch“, also eine künstliche Gewebetasche formen. In der ersten Zeit nach der Operation werden die Patienten künstlich ernährt. Später gelingt es meist wieder, selbst zu essen. Enzyme in Tablettenform helfen, dass die Verdauung wieder einigermaßen funktioniert.

Krebs in höheren Stadien wird zusätzlich mit Chemo-, selten mit Strahlentherapie behandelt.

Antikörper halten den Krebs in Schach

Eine neuere Therapieoption sind zielgerichtete Medikamente mit Antikörpern. Diese Antikörper setzen sich auf typische Rezeptoren an den Krebszellen und verhindern damit, dass sie sich teilen. Zum Einsatz kommen folgende Antikörper bei unterschiedlichen Typen von Magenkrebszellen:

  • Trastuzumab
  • Ramucirumab

Die Heilungschancen bei Magenkrebs hängen davon ab, wie frühzeitig der Tumor entdeckt wird. In den ersten Stadien, wenn sich der Krebs nur auf die Schichten der Magenschleimhaut beschränkt, sind die Erfolgsraten hoch: 75 Prozent der Betroffenen können geheilt werden. Mit zunehmender Größe des Tumors, Ausbreitung in und außerhalb der Magenwand sowie Metastasen sinken diese Aussichten.

Die Risikofaktoren von Magenkrebs meiden – Magenkeim behandeln lassen

Besser ist es deshalb auf jeden Fall, auch frühe Warnzeichen abklären zu lassen und darauf zu achten, den Magen keinen potentiellen Gefahren auszusetzen. Eine der wichtigsten: Helicobacter pylori. Untersuchungen zeigen, dass die Besiedelung mit diesem Magenkeim das Risiko, Magenkrebs zu bekommen, mindestens verdreifacht. Er besetzt dauerhaft die Magenschleimhaut und schädigt sie.

Die Symptome für eine Helicobacter-Infektion: Sodbrennen, Magenschmerzen, später kann sich ein Magengeschwür bilden. Mit einem Atemtest, den der Arzt durchführt, lässt sich das Bakterium nachweisen und die entsprechende Antibiotika-Therapie tötet den Erreger ab.

Weitere, vermeidbare Risikofaktoren für Magenkrebs:

Rauchen (die krebserregenden Stoffe aus dem Rauch gelangen über den Speichel in den Magen)

viel Alkohol (die Substanz schädigt die Magenschleimhaut)

Übergewicht und Bewegungsmangel(statistisch gesehen haben Menschen, die zu viel wiegen und zu wenig Sport treiben, auch ein höheres Magenkrebs-Risiko)

Hoher Konsum von tierischen Produkten wie Wurst, Pökelwaren, Geräuchertes und viel Salz – was Studien wie die European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) eindeutig belegen . Wichtig sind hier wieder Nitrosamine, die beim Räuchern, Grillen und Pökeln entstehen und Krebs erregen können. Mit Schinken, Wurst und Grillsteak gelangen sie direkt in den Magen und können dort schwerwiegende Folgen haben.

Es lohnt sich, diese Ratschläge ernst zu nehmen und seinen Lebensstil entsprechend zu ändern. Denn Magenkrebs ist nur selten genetisch bedingt, sondern wird meist durch Faktoren begünstigt, die wir selbst beeinflussen können. Wer das berücksichtigt, kann übrigens nicht nur sein Magenkrebs-Risiko senken, sondern auch das für Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen, wie Herzinfarkt sowie Schlaganfall.

 

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