Dacomitinib in fortgeschrittenem Lungenkrebs: Nachteile überwiegen überlebens-Vorteil

Seit seiner Zulassung im April 2019, dacomitinib wurde für die first-line-Behandlung von Erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) mit den epidermalen Wachstumsfaktor-rezeptor (EGFR-aktivierenden Mutationen. Das Deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersuchten nun in einer frühen nutzenbewertung, ob dieses Medikament bietet einen zusätzlichen Vorteil für Patienten im Vergleich mit dem entsprechenden Komparator-Therapie. Das Ergebnis: Während die überlebenszeit länger ist unter dacomitinib Behandlung, Nebenwirkungen, einschließlich schwerer Ereignisse werden häufiger. Auch die Symptome des Patienten verschlimmern, früher und häufiger als unter den Komparator Behandlung, und Ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität schlechter ist. Insgesamt ein Zusatznutzen im Vergleich mit dem entsprechenden Komparator-Therapie ist daher nicht bewiesen.

Nur die Daten auf eine von zwei Forschungsfragen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) unterscheidet zwischen zwei Forschungsfragen basierend auf der mutation status im EGFR-gen der Tumorzellen, da die Wirksamkeit der Behandlung Optionen hängt von der genauen Struktur dieses Rezeptors. Für die EGFR-Mutationen „L858R“ oder „Del19“, der entsprechende Komparator-Therapie wurde ein weiteres Medikament aus der gleichen Substanzklasse, D. H. afatinib, gefitinib oder erlotinib. Patienten mit anderen aktivierenden Mutationen wurden individuell behandelt, je nach Art der mutation im Komparator-arm.

Das Medikament Hersteller nicht mit der vorliegenden Studie Daten, die auf dieser zweiten Forschungsfrage in sein dossier, so dass ein zusätzlicher Vorteil von dacomitinib ist nicht nachgewiesen, allein aus diesem Grund. Für die erste Forschungsfrage, gibt es Daten, die aus der entblindung der randomisierten, kontrollierten Studie ARCHER 1050, in der sich die Patienten—überwiegend Asiaten—behandelt wurden, die entweder mit dacomitinib oder gefitinib.

Patienten berichteten zahlreiche Nachteile

Mit über 34 Monate, die Mediane überlebenszeit in der dacomitinib arm der Studie war nur über sieben Monate länger als in der gefitinib-arm (knapp 27 Monate). Darüber hinaus gab es vereinzelte Vorteile in Bezug auf bestimmte Nebenwirkungen. Dies wurde jedoch kompensiert durch eine große Anzahl von Nachteilen: Zahlreiche Nebenwirkungen, insbesondere einschließlich schwerer Nebenwirkungen wurden häufiger unter dacomitinib. Patient-berichtete Symptome verschlechterte sich häufiger und auch früher. Verschlechterung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität war auch stärker ausgeprägt als unter gefitinib.