Zur Rose holt neue Strategie- und Digital-Chefin

Der Schweizer Pharmahandelskonzern Zur Rose wächst weiter. Zugpferd ist weiterhin die niederländische Tochter DocMorris: In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg der Umsatz des Zur Rose-Deutschland-Geschäftes um rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum – allerdings inklusive der Umsätze des übernommenen Versenders Medpex. Der Schweizer Konzern hat indes eine neue Strategie- und Digital-Chefin eingestellt, die von Novartis kommt: Betül Susamis Unaran.

Der Umsatz des gesamten Konzerns stieg in den ersten neun Monaten 2019 auf rund 1,16 Milliarden Franken (etwa 1,05 Milliarden Euro). Das entspricht einer Steigerung von 30,2 Prozent (32,4 Prozent in Lokalwährung) gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Rechnet man die Umsätze des im Oktober 2018 übernommenen Versenders Medpex aus diesen Zahlen heraus, wuchs der Zur Rose-Umsatz allerdings „nur“ um 12,5 Prozent (14,7 Prozent in Lokalwährung). Das Deutschland-Geschäft stieg erneut stark an. Wie groß das Wachstum jeweils in den Bereichen Rx und OTC war, kommuniziert Zur Rose aber schon seit einiger Zeit nicht mehr.  Das Schweizer Geschäft legte lediglich um 5 Prozent zu.

Für das Gesamtjahr 2019 erwartet Zur Rose einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Schweizer Franken. Das wäre ein Wachstum von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und die Schweizer bleiben dabei: Mit der Einführung des E-Rezeptes soll es bei DocMorris einen riesigen Umsatzsprung geben. Dazu hieß es in der heutigen Pressemitteilung: „Die Zur Rose-Gruppe peilt eine Verdoppelung des 2018 erzielten Umsatzes an.“ Zur Rose-Chef Walter Oberhänsli hatte schon mehrfach angekündigt, dass der Umsatz bis 2022 dank des E-Rezeptes auf etwa 2,2 Milliarden Euro verdoppelt werden soll. Oberhänsli peilt an, dass jedes zehnte Rezept nach Holland geht.

E-Rezept: DocMorris kooperiert mit Fach- und Hausärzten

Diesem Ziel sind die Schweizer nun etwas näher gekommen: Am heutigen Donnerstagmorgen hat der Konzern mitgeteilt, dass DocMorris sich für sein E-Rezept-Projekt einen weiteren großen Player an Bord geholt habe: den Deutschen Hausärzteverband. Nach dem Spitzenverband der Fachärzte sind die Hausärzte nun schon der zweite wichtige Ärzte-Verband, der beim E-Rezept auf eine Kooperation mit den Niederländern/Schweizern setzt. Schon im November soll in Westfalen-Lippe ein erstes Modellprojekt starten, an dem laut Hausärzten und DocMorris auch Vor-Ort-Apotheker teilnehmen. Später soll ein AMTS-Modul in das Projekt eingebunden werden.

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Neue Strategie-Chefin für Zur Rose

Aber auch innerhalb des Zur Rose-Konzerns gibt es Veränderungen. Die Position des „Chief Strategy and Digital Officer“ wird neu geschaffen. Betül Susamis Unaran soll diese Position ab dem 1. November bekleiden. Unaran arbeitete zuletzt für die digitale Agenda von Novartis und zuvor bei bei McKinsey & Company und Procter & Gamble. „Ich freue mich, dass wir mit Betül Susamis Unaran eine hochqualifizierte Führungskraft und Kollegin erhalten, die die Digitalstrategie des Unternehmens und die Entwicklung des Gesundheitsökosystems vorantreiben wird“, sagte Oberhänsli in einer Pressemitteilung.

Bei der Zur Rose-Tochter DocMorris bekleidet Max Müller die Position des Chief Strategy Officers, Müller ist auch Mitglied des DocMorris-Vorstands. Gegenüber DAZ.online stellte eine Zur Rose-Sprecherin allerdings klar, dass Müller nicht an die neue Strategie-Chefin berichtet, sondern weiterhin an Olfa Heinrich, Vorstandsvorsitzender bei DocMorris. Die Sprecherin wörtlich: „Max Müller berichtet nach wie vor an Olaf Heinrich. Wie in der Medienmitteilung erwähnt, wird Frau Unaran zum 1. Mai 2020 Mitglied der Gruppenleitung der Zur Rose-Gruppe und erbringt in ihrer Funktion als Chief Strategy and Digital Officer Leistungen für die gesamte Gruppe, wobei der Hauptfokus auf dem Aufbau eines Gesundheitsökosystems liegt. Durchaus werden sich Betül Susamis Unaran und Max Müller in ihren Aufgaben ergänzen.“

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