Prostatakrebs: Neuer Urintest erkennt Gefahr früher und kann zu Hause durchgeführt werden

Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland. In der Regel untersucht ein Arzt durch rektales Tasten, ob ein Tumor entstanden ist, was vielen Patienten unangenehm ist. Daneben gibt es den so genannten PSA-Test, der gegebenenfalls das prostataspezifische Antigen im Blut nachweisen soll, aber umstritten ist und daher nicht von der Kasse übernommen wird.

Abhilfe könnte ein neuer Urintest schaffen, den jetzt Forscher der University of East Anglia und des Norfolk and Norwich University Hospital im Fachmagazin "BioTechniques" vorgestellt haben.

RNA-Moleküle dienen als Biomarker

Der Test erkennt Prostatakrebs anhand von RNA-Molekülen, wie "forschung-und-wissen.de" erläutert. Diese kommen in den Krebszellen der Prostata verstärkt vor und dienten daher als verlässliche Biomarker.

Test mit Morgenurin zu Hause

Der Test nutzt den Morgenurin, in dem sich während des Schlafs vermehrt Biomarker ansammeln. Insofern könnte er nach Markteinführung bequem zu Hause durchgeführt werden. Für bisherige Urintests ist es nötig, dass der Arzt zuvor die Prostata stimuliert und dadurch eine erhöhte Konzentration der Biomarker sicherstellt.

Test erkennt aggressiven Tumor frühzeitig

Der Test kann nach Angaben von Studienautor Jeremy Clark allerdings noch mehr: Er erkennt sogar, ob der Krebs eher aggressiv oder harmlos einzustufen sei. Dies geschehe über die Genexpression, also darüber, wie die genetische Information in Erscheinung tritt. Dadurch könne bis zu fünf Jahre früher erkannt werden, ob sich Patienten einer Behandlung unterziehen müssen, heißt es in einer Mitteilung.

Pilotstudie mit 14 Probanden und guten Ergebnissen

In einer Pilotstudie wurde der Morgenurin von 14 Probanden untersucht und mit einem Urintest nach dem gängigen Abtasten durch den Arzt verglichen. "Wir fanden heraus, dass die zu Hause entnommenen Urinproben die Biomarker für Prostatakrebs viel deutlicher zeigten als nach einer rektalen Untersuchung. Und das Feedback der Teilnehmer zeigte, dass der Test zu Hause besser war“, sagte Clark.

Weitere Studien nötig

Das Forschungsteam hofft nun, dass die Einführung des "At Home Collection Kit" die Diagnose der Krankheit revolutionieren könnte und unnötige Untersuchungen künftig vermieden werden.

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