Medizin-Nobelpreis für drei Zellforscher

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an William G. Kaelin Jr, Sir Peter J. Ratcliffe und Gregg L. Semenza. Ihre Arbeiten befassen sich damit, wie Zellen sich an die Sauerstoffverfügbarkeit anpassen können. Das teilt das Karolinska-Institut am heutigen Montag in Stockholm mit. Mit der Bekanntgabe des Medizin-Nobelpreisträgers startet in Stockholm die Nobel-Woche.

William G. Kaelin Jr, Sir Peter J. Ratcliffe und Gregg L. Semenza sind die Medizin-Nobelpreisträger 2019. Wie das Karolinska-Institut am heutigen Montag in Stockholm mitteilt, erhalten sie die Auszeichnung für ihre Arbeiten dazu, wie Zellen sich an die Sauerstoffverfügbarkeit anpassen können, zum Beispiel in der Höhe.

Der Medizin-Nobelpreis wird seit 1901 verliehen. Die erste Auszeichnung ging damals an den deutschen Bakteriologen Emil Adolf von Behring für die Entdeckung der Serumtherapie gegen Diphtherie. Der bislang letzte Deutsche, der im Bereich Medizin geehrt wurde, ist Thomas Südhof im Jahr 2013: Der in Deutschland geborene und aufgewachsene Mediziner, der auch die amerikanische Staatsbürgerschaft hat, hat mit zwei US-Kollegen das Rätsel gelöst, wie Zellen ihr Transportsystem organisieren. Im vergangenen Jahr ging der Medizin-Nobelpreis an James Allison und Tasuku Honjo, ihre Arbeiten sind die Grundlage für die sogenannten Checkpoint-Inhibitoren.

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Start in die Nobel-Woche

Mit der Bekanntgabe des Medizin-Nobelpreisträgers startet die Nobel-Woche. Am Dienstag und Mittwoch geben die Jurys die Preisträger für Physik und Chemie bekannt. Am Donnerstag folgt der Preisträger für den Literatur-Nobelpreis für 2018 und 2019. Die Vergabe des Literatur-Nobelpreises war im Vorjahr nämliche nach einem Belästigungs- und Korruptionsskandal abgesagt worden. Am Freitag wird der Friedensnobelpreisträger gekürt. Am Montag darauf (8.10.) ist dann der Preis für Wirtschaft an der Reihe. Die weltweit wichtigsten Auszeichnungen in ihrem jeweiligen Fachgebiet sind mit je neun Millionen schwedischen Kronen (etwa 870.000 Euro) dotiert und werden am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter Alfred Nobel, verliehen.

Die Medizin-Nobelpreisträger der letzten Jahre

2018: Der US-Amerikaner James Allison und der Japaner Tasuku Honjo für die Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs.

2017: Die US-Forscher Jeffrey Hall, Michael Rosbash und Michael Young für die Erforschung der Inneren Uhr.

2016: Der Japaner Yoshinori Ohsumi, der das lebenswichtige Recycling-System in Körperzellen entschlüsselt hat.

2015: Die Chinesin Youyou Tu, die den Malaria-Wirkstoff Artemisinin entdeckt hat. Sie teilte sich den Preis mit dem gebürtigen Iren William C. Campbell und dem Japaner Satoshi Omura, die an der Bekämpfung weiterer Parasiten gearbeitet hatten.

2014: Das norwegische Ehepaar May-Britt und Edvard Moser sowie John O’Keefe (USA/Großbritannien) für die Entdeckung eines Navis im Hirn: Sie fanden grundlegende Strukturen unseres Orientierungssinns.

2013: Thomas Südhof (gebürtig in Deutschland) sowie James Rothman (USA) und Randy Schekman (USA) für die Entdeckung von wesentlichen Transportmechanismen in Zellen.

2012: Der Brite John Gurdon und der Japaner Shinya Yamanaka für
die Rückprogrammierung erwachsener Körperzellen in den embryonalen
Zustand.

2011: Bruce Beutler (USA) und Jules Hoffmann (Frankreich) für
Arbeiten zur Alarmierung des angeborenen Abwehrsystems. Ralph
Steinman aus Kanada entdeckte Zellen, die das erworbene Immunsystem
aktivieren. Er war kurz vor der Verkündung gestorben und bekam den
Preis posthum.

2010: Der Brite Robert Edwards für die Entwicklung der Reagenzglas-Befruchtung.

2009: Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak (alle
USA) für die Erforschung der Zellalterung.

2008: Harald zur Hausen (Deutschland) für die Entdeckung der Papilloma-Viren, die Gebärmutterhalskrebs auslösen, sowie die Franzosen Françoise Barré-Sinoussi und Luc Montagnier für die Entdeckung des Aidserregers HIV.

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