Der Name ist Programm: Forscher entdecken einfachen Trick, um gesünder zu essen

„Knackige Karotten mit frischem Kräuterdip“ oder „Würzig angebratene Zucchinischeiben mit Knoblauch“.

Das klingt nicht nur lecker, diese Art der Geschmacksbeschreibung kann auch zu einer gesünderen Ernährung verhelfen, wenn man bereits beim Kauf beziehungsweise während der Zubereitung an diese Beschreibungen denkt.

Zu diesem Ergebniss kamen Psychologen der Stanford University in Kalifornien, nachdem sie Methoden erforscht hatten, mit denen eine gesunde Ernährung im Alltag gefördert und attraktiver gestaltet werden kann.

Auf das positive Geschmackserlebnis fokussieren

„Dies ist ein radikaler Unterschied zu unserer gegenwärtigen Herangehensweise an gesunde Ernährung, die sich auf die Gesundheit konzentriert und dabei den Geschmack vernachlässigt“, erklärt die Autorin der Studie, Alia Crum, in einer Pressemitteilung.

Die Grundidee ist simpel: Anstelle der Betonung der gesundheitlichen Wirkung durch Nährwerttabellen, soll sich die Beschreibung der Mahlzeiten auf den leckeren Geschmack und somit die positiven Erfahrungen beim Essen fokussieren.

Das bedeutet: Bereits beim Kauf sowie während der Zubereitung von Speisen soll man sich die leckeren Beschreibungen immer wieder in Erinnerung rufen und so den Appetit auf Spinat, Grünkohl und Co. wecken.

Welche Art von Beschreibungen das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt, ermittelten die Forscher anhand von Speisekarten bekannter Restaurants. Aus den gefundenen Adjektiven entwickelten sie eine Art System zur Benennung von gesunden Gerichten mit Gemüse.

Die Bezeichnungen fokussieren sich dabei auf die Aromen und Geschmacksrichtungen in vegetarischen Gerichten. Auch Wörter, die die Erwartung eines positiven Geschmackserlebnisses wecken, waren darunter.

Klingt es lecker, wandert mehr Gemüse auf den Teller

Bereits zu Beginn der Forschung vor drei Jahren zeigte sich, dass die positiven Bezeichnungen der Mahlzeiten die Testpersonen dazu veranlassten, häufiger und mehr Gemüse zu essen.

Die aktuelle Studie, welche im Fachblatt ‚Journals‘ erschien, überprüfte die damals festgestellten Erkentnisse an rund 60 Colleges und Universitäten.

In den Mensen dieser wissenschaftlichen Einrichtungen trafen die Probanden insgesamt Tausende Entscheidungen in Bezug auf über 70 verschiedene Gerichte.

Diese hatten entweder neutrale Namen, oder es wurden zusätzliche Informationen in Bezug auf die Gesundheit oder den Geschmack angegeben.

Beschreibungen müssen zutreffend sein

Das Ergebnis der Studie zeigt eindeutig: Die Probanden wählten zu 29 Prozent häufiger ein Gemüsegericht, wenn dieses eine Bezeichnung hatte, welche genau den Geschmack der Zutaten wiedergab.

Damit war die attraktive Beschreibung weitaus effektiver als Kalorien- und Nährwertangaben, die in vielen Fällen eine eher abschreckende Wirkung haben.

Zudem sorgte diese positiv besetzte Beschreibung nicht nur dafür, dass die Schüler und Studenten mehr Gemüsegerichte bestellten, schlussendlich wurden die Portionen auch häufiger aufgegessen und dadurch weniger Lebensmittel weggeworfen.

Den Gerichten willkürlich Namen zu verpassen, funktioniert also nicht. Das Essen muss sich nicht nur lecker anhören, es muss auch in Wirklichkeit gut schmecken.

Bildergalerie: 10 Basics einer gesunden Ernährung

Erwartungen an das Gericht werden erhöht

Eine solch geschmacksorientierte Bezeichnung wirke laut den Forschern so effektiv, da sie die Erwartungen auf ein positives Geschmackserlebnis erhöht.

Werden frische und geschmackvolle Zutaten oder Zubereitungsmethoden beschrieben, trägt dies dazu bei, dass sich das Gehirn den Geschmack sinnbildlich vorstellt und die Vorfreude auf dieses Essen steigt.

Voraussetzung: Die Beschreibung muss konkret ausfallen. Unter Wörtern wie „superlecker“ oder „verdammt köstlich“, kann sich das Gehirn nicht wirklich etwas vorstellen.

Da muss es schon heißen: „Würzige Paprika mit frischen Kräutern“ oder „Knackiger Salat mit milden Gartenkräutern.“

Sowohl daheim als auch im Restaurant anwendbar

Neben Privatpersonen können natürlich vor allem auch Restaurants, Mensen und Kantinen von dieser Erkenntnis profitieren.

Wer bei den Beschreibungen von gesunden Lebensmitteln alle Sinne anspricht, kann den Kunden mit einer größeren Wahrscheinlichkeit von einem Gericht überzeugen.

Eine ensprechende Speisekarte lässt also unter Garantie das Wasser im Mund zusammenlaufen und macht Lust auf gesunde Küche.

Quellen

  • Turnwald, B., et al. (2019): Increasing Vegetable Intake by Emphasizing Tasty and Enjoyable Attributes: A Randomized Controlled Multisite Intervention for Taste-Focused Labeling, abgerufen am 30.10.2019 https://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/0956797619872191?journalCode=pssa
  • Stanfort University (2019): Stanford psychologists show leading with flavor encourages healthy eating, abgerufen am 30.10.2019 https://www.eurekalert.org/pub_releases/2019-10/su-sps100319.php

Cornelia Bertram

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