Angeborene Herzfehler: Darum sollten werdende Väter auf Alkohol verzichten

Bisherige Forschungen legten den Fokus ausschließlich darauf, welche Auswirkungen bestimmte Verhaltensweisen von werdenden Mütter auf das ungeborene Baby während der Schwangerschaft haben könnten – und machten die Mütter für mögliche Spätfolgen des Kindes allein verantwortlich.

Eine neue Studie der Central South University, die im Fachmagazin European Society of Cardiology (ESC) veröffentlicht wurde, untersuchte nun Verhaltensweisen väterlicherseits, die die Gesundheit des ungeborenen Babys mitbeeinflussen könnten.

Die Ergebnisse konnten zeigen, warum ein striktes Alkoholverbot in der Schwangerschaft nicht nur für werdende Mütter relevant ist.

Risiko von späteren Herzkrankheiten steigt

AngeboreneHerzerkrankungen sind derzeit die häufigsten Geburtsfehler bei Neugeborenen. Jedes Jahr sind ca. 1,35 Millionen Babys davon betroffen. Damit steigt gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit einer späteren kardiovaskulären Erkrankung.

Ähnlich wie Röntgenstrahlungen oder Tabakrauch, zählt Alkohol zu den sogenannten Teratogenen – also aüßeren Einwirkungen, die Fehlbildungen beim ungeborenen Kind hervorrufen können.

Zwar überleben ca. 90 Prozent der betroffenen Babys die kritische Anfangsphase und erreichen glücklicherweise dank guter Behandlungsmöglichkeiten das Erwachsenenalter, jedoch bleibt die Wahrscheinlichkeit, im späteren Alter an einem Herzleiden zu erkranken, wesentlich höher.

Unterschiedliche Studien wurden analysiert

In der Meta-Studie stellten die Forscher Ergebnisse aus 55 unterschiedlichen Studien zusammen, die sich mit dem Alkoholeinfluss der Eltern auf ihre ungeborenen Kinder und das damit verbundene Risiko einer Herzkrankheit beschäftigten.

In den aussagekräftigsten Daten der veröffentlichten Untersuchungen zwischen 1991 und 2019 befanden sich 41.747 Säuglinge mit angeborener Herzkrankheit und 297.587 ohne Erkrankung.

Studienautor Dr. Jiabi Qin von der Central South University, Changsha, China sagt: „Wir beobachteten ein allmählich steigendes Risiko für angeborene Herzerkrankungen, als der Alkoholkonsum der Eltern anstieg.“

Bei der Babyplanung auf Alkohol verzichten

Die Ergebnisse der Untersuchungen ergaben, dass das Risiko einer Herzerkrankung des Neugeborenen um unglaubliche 44 Prozent anstieg, wenn der Vater des Kindes bis zu drei Monate vor der Schwangerschaft regelmäßig Alkohol konsumierte.

Frauen, die in den Monaten vor der Zeugung des Kindes Alkohol zu sich nahmen, erhöhten im Vergleich zu Müttern, die bereits vor der Schwangerschaft komplett auf Alkohol verzichteten, das Risiko für einen Herzfehler ihres Babys um 16 Prozent.

Dr. Qin erklärt, dass die Ergebnisse nahe legen, dass Frauen und auch Männer bei einem gemeinsamen Kinderwunsch bis zu sechs Monate vor der eigentlichen Befruchtung auf den Konsum von Alkohol verzichten sollten.

Der Vater beeinflusst die Gesundheit des Kindes mit

Tatsächlich konnte die Wahrscheinlichkeit eines Herzfehlers des ungeborenen Kindes weiter erhöht werden, wenn der Vater regelmäßig exzessiv Alkoholl trank – bei fünf oder mehr Getränken pro „Trinkgelegenheit“ stieg das Risiko um 52 Prozent.

Werdende Mütter erhöhten einen möglichen Herzfehler ihres Babys durch sogenanntes Binge Drinking in den Vormonaten der Schwangerschaft um 16 Prozent im Vergleich zu Müttern, die komplett auf Alkohol verzichteten.

„Binge Drinking durch angehende Eltern ist ein hohes Risiko und ein gefährliches Verhalten, das nicht nur die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ihr Baby mit einem Herzfehler zur Welt kommt, sondern auch die eigene Gesundheit erheblich beeinträchtigt“, sagte der Studienautor Dr. Qin.

Genauere Ergebnisse benötigen weitere Forschungen

Die Autoren ergänzten, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die keinen Grenzwert für den Alkoholkonsum definieren kann, der als sicher angesehen wird.

Dr. Qin sagte: „Die zugrunde liegenden Mechanismen, die elterlichen Alkoholkonsum und angeborene Herzerkrankungen des Baby verbinden, sind ungewiss und erfordern weitere Forschung. Obwohl unsere Analyse Einschränkungen aufweist – zum Beispiel, dass die Art des Alkohols nicht erfasst wurde – bedeutet dies, dass Männer und Frauen, die eine Familie planen, auf Alkohol verzichten sollten. “

In jedem Fall haben auch die äußerlichen Einflüsse des Vaters, die bisher eher in den Hintergrund gerückt sind, erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit des ungeborenen Kindes.

Alkohol sollte demnach bestenfalls von beiden Elternteilen gemieden werden, sollte die große Babyfrage im Raum stehen.

Quelle

  • European Society of Cardiology: Fathers-to-be should avoid alcohol six months before conception, abgerufen am 28.10.2019 https://www.escardio.org/The-ESC/Press-Office/Press-releases/Fathers-to-be-should-avoid-alcohol-six-months-before-conception

Antonia Hagedorn

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